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Geschichte

Koglhof 1903 mKoglhof ist eine relativ alte Gemeinde - die Gründung erfolgte noch vor jener von Birkfeld. Die Geschichte der Gemeinde können Sie in unserer Ortschronik nachlesen.
Das Bild auf der linken Seite zeigt Koglhof im Jahr 1903.
Unsere Geschichtsforscher (insbe-sondere Fr. Theresia Schloffer) waren aber in der Zwischenzeit nicht untätig. So möchten wir Ihnen nun in loser Abfolge weitere Informationen über unseren Ort nahe bringen - aber auch Geschichten und Geschichterln rund um Ort und Gemeindemitglieder sollen nicht zu kurz kommen.
Übrigens: die Ortschronik liegt nach wie vor am Gemeindeamt zum Kauf auf!
 
Gründerfamilien
 
Koglhof
Leuthold von Stadeck war Abkömmling eines der wichtigsten Ministerialiengeschlechter der Steiermark. Deren Hauptbesitz lag um die Stammburg Stadeck in Leber bei Graz-Andritz mit der Kirche St. Veit. Außerdem besaß das Geschlecht viel Streugut um Hartberg, dazu Frondsberg als Lehen des Erzbistums.
Ihren Stammbaum leiteten die Stadecker von ihrem Ahnherrn Wulfing (1128 - 1160) ab. Dieser war ein Gefolgsmann des Markgrafen Leopold der Starke von Steyr, der ihm für seine Dienste ein riesiges Gebiet in der nördlichen Oststeiermark schenkte. Wulfings Heimat wird am Inn vermutet (Gegenüber Braunau am Inn liegt auch ein Dorf und Schloss Stubenberg!).
Wulfings Sohn Otto wurde Begründer der Kapfenberger Linie; der jüngere Sohn Gottschalk I. Schieling führte die Linie der Stubenberger. Ein Sohn dieses Gottschalk, Rudolf I. (er lebte um 1192) gilt als Stammvater der Stadecker Linie.
Ihm folgte sein Sohn Rudolf II. (1243 - 1261). Dieser war auch Minnesänger - von ihm sind noch drei Lieder überliefert. Rudolf II. war für Koglhof bedeutungsvoll. Seine Burg Frondsberg (damals Vreuntsperch) wird 1267 im "Rationarium Styriae" erstmals urkundlich genannt.
König Premysl Ottokar von Böhmen bestellte 1262 Bischof Bruno von Olmütz zum Landeshauptmann der Steiermark. Dieser ließ durch seinen Notar Helwig aus Thüringen eine Zusammenstellung aller Kammergüter und ihrer Erträgnisse anlegen, um genaue Kenntnisse über die Einkünfte des Landesfürsten zu erlangen. Dieses "Hub- oder Raitbuch" wurde lateinisch "Rationarium Styriae" genannt. In diesem heißt es "Item super bonis dominorum de Stadecke XXVI metretas hartpergensis mensure circa Freuntsperch in der Weizer Pfarr." Dies wird als die erste Nennung des Schlosses Frondsberg angesehen.
Leuthold von Stadeck verstarb zu Beginn des Jahres 1272. Seine Witwe Anna veranlasste die in der Kirchengeschichte erwähnte Stiftung vom 20. Jänner 1272 für die Kirche Koglhof - deren Erbauung wird ebenfalls dieser Familie zugeschrieben. Gleichzeitig verzichtete sie auf ihre Untertanen und Güter um Koglhof und damit auch auf die Gerichtsbarkeit zu Gunsten des Bischofs von Seckau.
Das Geschlecht der Stadecker erlischt mit Hans von Stadeck um 1403.
 
St. Georgen
Hartnid III. (1185 - 1208) wird als Marschall von Steier bekundet. Er entstammte dem Geschlecht der Traungauer, dem damals in der Steiermark große Bedeutung zukam. Auffällig ist, dass fast alle den Namen Hartnid trugen.
Sein Sohn Hartnid IV. (1208 - 1229) wird als Kolonisator des oberen Feistritztales angesehen und gilt als Gründer der Kirche St. Georgen. Vermutlich war er auch der Erbauer der Burg Waxenegg bei Anger, wo er als Afterlehenshinhaber beurkundet wird. Das Gebiet um diese Burg war im Besitz des Erzbistums Salzburg. Das Bistum belehnte damit den Landesfürsten, Leopold den Glorreichen, der es dann an Hartnid IV. weitergab.
Hartnid IV. war ein mächtiger Mann - er war auch der Inhaber des Landgerichtes. Dieses umfasste noch bis ins 16. Jahrhundert die rechts der Feistritz liegenden landesfürstlichen Besitzungen, reichte im Norden bis zu den beiden Pfaffen und südwärts bis zum Zetzbach bei Waxenegg.
Sein Sohn Hartnid V. (1229 - 1245) setzte die von seinem Vater eingeleiteten Rodungs- und Kolonisierungsarbeiten ins obere Feistritztal fort. Er beging aber Übergriffe auf das Kirchengut; insbesondere schädigte er das Bistum Seckau. Herzog Friedrich II. der Streitbare ließ ihn gefangen nehmen. Hartnid V. starb im Kerker im Dezember des Jahres 1245.
Hartnid VI. gelang es, die Güter seines Vaters wieder zu gewinnen; er bekam sogar das Landgericht wieder zu Lehen. Mit seinem Tod 1262 erlosch sein Geschlecht. Seine Eigengüter um Birkfeld erbte seine Schwester Gisela.
 
Siedlungsgeschichte
In diesem Artikel wird die Geschichte der Besiedlung unserer Gegend durch den Historiker Oberarchivrat Dr. Karl Spreitzhofer beleuchtet.
 
Frühgeschichte
Das Feistritztal zwischen Anger und Birkfeld wird als Siedlungsraum in den beiden ersten nachchristlichen Jahrhunderten greifbar. Die älteren Epochen sind nur durch vereinzelte, meist nicht genau lokalisierte Zufallsfunde aus der Umgebung belegt, etwa durch eine bronzezeitliche Dolchklinge vom Zetz und einige Bronzebeile. Der Einflussbereich der mächtigen ur- und frühgeschichtlichen Höhensiedlung auf dem Kulm bei Puch mag sich durchaus über Anger nach Norden erstreckt haben.
 
Römerzeit
Nach der Eingliederung des keltischen Königreiches Norikum in das Römerreich nahm die heimische Bevölkerung bald die neuen Kultur- und Lebensformen an. Die römerzeitliche Siedlung reichte bis in den Raum Birkfeld. In Piregg wurde der nördlichste  römische Grabstein des Feistritztales gefunden.
Im heutigen Gemeindegebiet von Koglhof zeugen drei Grabsteine von einer relativ dichten Bevölkerung. Der eine ist heute im Gehöft vulgo Petz, Rabendorf 54, eingemauert. Er soll um 1800 gefunden und zuerst im benachbarten einstigen Meierhof angebracht worden sein, bis dieser 1841 abbrannte. Die Schrift ist nur unvollständig erhatlen und schwer lesbar. Die wahrscheinlichste Lesung lautet:
 
[Ad]vent[us]
[V]ibeni (filius) e[t]
[Si]rica Secun[dini (filia)]
v(ivi) f(ecerunt) sibi et
Meridano f(ilio)
 
In eckigen Klammern stehen die erschlossenen Ergänzungen, in runden Klammern die Auflösungen der lateinischen Abkürzungen. Die Übersetzung lautet:  "Adventus, der Sohn des Vibenus, und Sirica, die Tocher des Secundinus, setzten (diesen Stein) zu Lebzeiten für sich und ihren Sohn Meridianus." Die Namen Adventus, Secundinus und Meridianus sind lateinisch, die übrigen keltisch oder vorkeltisch.
Ähnliche Leseschwierigkeiten bereitet der zweite Grabstein, der 1866 in Rossegg beim vulgo Kleinwurm gefunden, vom Bezirksarzt Josef Bünte gekauft und an der Südseite der Pfarrkirche von Anger eingemauert wurde:
 
Valerius
Togionis [f(ilius)]
Vibennae
con(iugi) et Vale[ri]
anus f(ilius) a[n(orum)]
XVI.
 
 
Das heißt:
"Valerius, Sohn des Togio, für seine Gattin Vibenna und sein(en) Sohn Valerianus, 16 Jahre alt." Valerius und Valerianus sind wieder lateinische Namen, Togio und Vibenna - die weibliche Form des schon bekannten Vibenus - einheimische.
 
Der dritte Stein, noch stärker abgetragen, wurde 1980 bei der Renovierung der Pfarrkirche Koglhof gefunden. Sein Text lautet:
 
Satuco
Tutionis
f(ilius) an(norum) IX et
Bac[...]ni
[...]s
[...]b[...]
[...]an(norum) XXX
 
Auf deutsch:
"(Grabstein für) Satuco, Sohn des Tutio, 9 Jahre alt, und Bac..., ..., 30 Jahre alt."  Alle drei Steine werden in das erste oder zweite Jahrhundert datiert, die Zeit der besten friedlichen Entwicklung der Provinz Norikum. Aus den Namen geht hervor, dass die ältesten bekannten "Koglhofer" einheimische freie Reichsuntertanen waren, sogenannte Peregrine - also nicht etwa Sklaven oder Freigelassene -, aber noch ohne volles römisches Bürgerrecht. Besonders die Frauen trugen weiterhin gern die überlieferten Namen, während die Männer häufiger der lateinischen Mode folgten.
Nahe beim Fundort des zweiten Steines in Rossegg wurde 1980 ein römischer Mühlstein gefunden. Wie aus der Gesteinsart hervorgeht, wurde er nicht in der Gegend hergestellt. Die alten Koglhofer waren also in das Handelsnetz der römischen Provinz einbezogen. Der "Säumerweg" über den Rabenwald gehört wohl zum alten Verkehrsnetz, obwohl nirgends eine Römerstraße im strengen Sinn gefunden wurde.
Berichtet wird auch von einer angeblichen "römischen Meilensäule", die bei der Grubkeusche in Rabendorf gefunden worden und in das Joanneum gekommen sein soll. Dies lässt sich aber nicht verifizieren. Nur als Vermutung sei darauf hingewiesen, dass der auffällige Name des Gehöftes Torsäuler von einer römischen Säule herrühren könnte, die als Befestigung für eine Hof- oder Weidetor verwendet wurde. Der Hof heißt nämlich im 15. Jahrhundert auch "an der Seyll".
 
Spätantike und Völkerwanderung
Keine Nachricht liegt vor aus der unruhigen Spätantike, aus der Völkerwanderungszeit und dem frühen Mittelalter. Erst während der hochmittelalterlichen Binnenkolonisation tritt unser Raum wieder ins Licht der Geschichte. Im 12. Jahrhundert wurden die Gebiete von Weiz, Stubenberg und Pöllau wieder aufgesiedelt, im 13. Jahrhundert wandten sich die Grundherren der bereits seit Jahrzehnten neu verteilten Landschaften und ihre Rodungsleute dem Passailer Becken und dem oberen Feistritztal zu.
 
Wiederbesiedlung
Die ersten Zentren waren hier Waxenegg und St. Georgen über dem Gasenbach, wo auch die erste Pfarrkirche errichtet wurde. Um 1230 entstand die erste Marktanlage von Birkfeld. In diesen Jahrzehnten muss auch das Gemeindegebiet von Koglhof erschlossen worden sein, wobei das Zentrum um Frondsberg, Koglhof und Wieden sowie der Ostteil, die Katastralgemeinde Rabendorf, vermutlich älter sind als der gebirgige Westteil.
Das Gelände ließ auch nirgends große regelmäßige Gründungsdörfer zu, sondern nur Hofgruppen und kleine Weiler, die - wie Rabendorf oder das abgekommene "Uczendorf" -allerdings auch als Dorf bezeichnet werden. Vorherrschend ist allerdings die Einschichtsiedlung.
 
Slawische und deutsche Namen
Um Anger zeugen noch häufiger slawische Ortsnamen (Ponigl, Fresen, Zetz, vielleicht Naintsch) von alpenslawischen Bevölkerungsgruppen, die irgendwann seit dem frühen MIttelalter das offenbar fast gänzlich entvölkerte Gebiet in Besitz genommen hatten. Weiter oben scheinen nach dem Ausweis der Namen die deutschen Kolonisten nur vereinzelt Slawen vorgefunden zu haben: Gasen kommt von jasen = Esche (die deutsche Entsprechung dazu ist Aschau), Rossegg von razsek = Holzschlag, Rodung. Der Bach westlich von Koglhof an der Grenze zwischen Aschau und Rossegg heißt in alten Grenzbeschreibungen Bredlitzbach oder Prellitzbach. Das würde zum slawischen Wort predel = niederer Bergübergang gehören, das in Namen wie Pretul, Pretal u.ä. vorkommt.  Ansonsten aber finden wir nur einfache deutsche Orts- und Flurnamen, oft nach der Pflanzendecke wie das erwähnte Aschau oder Sallegg (von Salche = Weidenbaum), Lindkogel oder das Gehöft Haidner ("an der Hayden"), sowie nach schlichten Geländemerkmalen (Kogel, Grub, Leiten, Pichl, Hollenstein). Von neuer Kultur und Bodennutzung künden Namen wie "Baumgarten" (Gehöft Baumgartner, nach einer Obstkultur), Kalch (nach der Kalkgewinnung) oder Kohlhofer (nach der Köhlerei). Reith bedeutet einfach Rodung.
Alte Rechtsverhältnisse klingen in Lechen (Lehengut) und Wieden (kirchlicher Besitz, hier zuerst des Bischofs von Seckau) an. Alte Vor- und Beinamen wurden zu Teilen von Vulgar- und Gegendnamen: Wolfsberg (besser Wolfersberg, um 1400 "Woelfleinsberg" und "Wolframsberg") von einem Wolfram, das erwähnte "Uczendorf" von einem Kurznamen Uzo (Ulrich?), Pernhofer und wahrscheinlich auch Birnhofer von einem Pero. Alte Beinamen, die Vorläufer der Familiennamen, sind in Gehöftnamen wie Sternhofer, Knollhofer und Königsbauer (dazu der Königskogel) enthalten. In einem Fall ist der Übergang von einem älteren Lagenamen nachweisbar: der Adlerbauer heißt 1443 "Hof an dem Puhel, da Mert Adlar sitzt". Ob Rabendorf von einem Beinamen oder vom schwarzen Vogel kommt, ist ungewiss.
 
Weitere Rodungen und Besiedlungen
Die Rodungsleiter aus dem ritterlichen Gefolge der Stadecker und des Landesfürsten sind uns namentlich nicht bekannt. Die künftige siedlungsgeschichtliche Forschung wird wahrscheinlich zumindest ihre einstigen Ansitze - keine Burgen, sondern größere feste Höfe - rekonstruieren können. In Rabendorf wird ein solcher Ansitz vermutet, ohne dass die Besitzer urkundlich genannt sind.
Der 1216 und 1230 als Urkundenzeuge für die Stubenberger überlieferte Cholo von Schneeberg saß mit Sicherheit nicht, wie einmal angenommen wurde, in Rabendorf, sondern entweder beim Gehöft Schneeberger in der KG Winkl am Westrand des Pöllauer Kessels oder im heutigen Schneedörfl nordöstlich von Reichenau in Niederösterreich.
Die urkundlich von 1291 bis ins 15. Jahrhundert genannten Ritter von Rossegg saßen wahrscheinlich nicht, wie man bisher glaubte, im Koglhofer Rossegg, sondern in Ober- oder Unterrossegg bei Gutenberg. Allerdings erwarben sie - unbekannt woher - neben ihren stubenbergischen auch landesfürstliche Lehen zwischen Anger und Birkfeld. Diese verkaufte Achaz der Rossegger 1401 an Dietrich von Teufenbach. Darunter war auch "bei Frewntschperg der Mayrhof", das spätere Gehöft Maierhofer östlich des Wiedenegger.
 
Verschwundene Siedlungen
Der von Epidemien, Kriegen und Wirtschaftskrisen verursachte Siedlungsrückgang des 14. und 15. Jahrhunderts war im oststeierischen Bergland bei weitem nicht so groß wie im Raab- und Murtal. Koglhof ist im einzelnen noch nicht untersucht.
Nur ein "Dorf" ist hier nachweislich abgekommen und war zumindest zeitweise eine sogenannte Wüstung: das bereits erwähnte "Uczendorf". Es bestand ursprünglich aus vier Bauern, aber bereits 1390 werden nur mehr drei Besitzer genannt. Ab dem 16. Jahrhundert kommt der Name gar nicht mehr vor. Seine Lage konnte ungefähr an der südlichen großen Kurve der Straße nach Rabendorf rekonstruiert werden. Die Herrschaft Frondsberg hatte um 1500 die teilweise verödeten Dorfgründe eingezogen und bewirtschaftete sie in der Folge selbst als Meierhof. Erst im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Großteil des Gutshofes wieder an Bauern ausgegeben (vulgo Petz, Rumpel und Kleschleitner).
Eine ähnliche Entwicklung dürfte es anschließend im Osten um Pichlbauer und Holzhöf gegeben haben. Hier wird im 15. Jahrhundert noch das "Dorf Puchlhoff" genannt.
 
Feistritz als Grenze
Seit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts bildete die Feistritz zwischen Anger und Rettenegg eine strenge grundherrschaftliche Grenze. Das führte zur unnatürlichen Erscheinung, dass kein Dorf direkt am Fluss liegt und ursprünglich kein Bauer seine Gründe beiderseits der Feistritz besaß.
Wohl noch vor 1130 hatte nämlich der werdende steirische Landesfürst, damals Markgraf Leopold der Starke, den Gebietsstreifen östlich der Feistritz zwischen Sankt Jakob im Walde und Stubenberg dem Ahnherren der späteren Herren von Stubenberg zu Eigen geschenkt, vermutlich als Entschädigung für seinen Übertritt aus dem freien Stand in die landesfürstliche Dienstmannschaft. Das Land westlich der Feistritz behielt er sich selbst vor. Hier entstand die große Herrschaft Waxenegg, innerhalb derer unzählige kleine Lehen an kleine Ritter und Beamte des Markgrafen bzw. Herzogs vergeben wurden.
 
Grundherrschaften
Von den Stubenbergern spalteten sich die Herren von Neitberg (Neuberg bei Hartberg) und die von Stadeck (nach ihrer Hauptburg Stattegg bei Graz-Andritz) ab. Beide Linien erhielten im Osten ihre Erbanteile, die Stadecker vor allem in Strallegg und in der KG Rabendorf. Hier erbauten sie ihr Herrschaftszentrum Frondsberg. "Auf den Gütern der Herren von Stadeck ... bei Frondsberg" heißt es auf lateinisch im Marchfutterregister des damaligen steirischen Landesfürsten König Premysl Ottokar von Böhmen 1267/69. Das ist die erste urkundliche Nennung einer Örtlichkeit in der Gemeinde Koglhof.
Zur Grundherrschaft Frondsberg gehörte - mit Ausnahme von etwa 15 Bauern - daher die ganze KG Rabendorf. Westlich der Feistritz hatten die Stadecker als Lehen des Bischofs von Seckau das Gebiet um Wieden. Drei Bauern in Sallegg und drei in Rossegg (Adlerbauer, Strahlhofer, Knollhofer) waren 1427 und 1443 noch landesfürstliches Lehen der Zebinger. Von diesen erwarben es die Sarl, damals Besitzer von Frondsberg, und verleibten es dieser Herrschaft ein.
Neben Frondsberg hatten neun Grundherrschaften Anteile am Gemeindegebiet. Die Herkunft dieser Gülten ist meist unklar, weil sie als landesfürstliche Lehen erst im 15. Jahrhundert fassbar sind. Unter den vielen kleinen Lehensinhabern herrschte aber oft ein schneller Wechsel durch Heirat, Erbschaft, Verpfändung und Verkauf.
Zur Herrschaft Stadl bei St. Ruprecht diente das Gehöft Wurm in Rossegg, nach Herberstein der Grabenbauer und der Steinbauer in Rossegg, nach Kirchberg am Walde (Gemeinde Grafendorf) ein Bauer in Sallegg und mehrere in Aschau (u.a. Lechenbauer, Gasenmüller, Kremel). Letztere Lehen begegnen uns ab 1443 im Besitz der Trautmannsdorfer, die sie ihrer Herrschaft Kirchberg anschlossen.
Die Stubenberger hatten in Rabendorf keinen Erbanteil, erwarben aber im 14. und 5. Jahrhundert in Gasen, Haslau und Sallegg von verarmten Rittern günstig landesfürstliche Lehen, in Sallegg u.a. die zwei Schornbauern und den Königsbauer. Diese Bauern erscheinen in der Neuzeit als Untertanen der stubenbergischen Herrschaften Gutenberg bzw. Oberkapfenberg.
Die Herren von Teufenbach, um 1400 zeitweise Verwalter von Frondsberg, erwarben für sich selber über fünfzehn Bauern, darunter den ganzen Weiler Rossegg, zwei Baumgartner, zwei Birnhofer, drei Hollensteiner, Leitenbauer, Sternbauer, Maierhofer, und schlugen sie ihrer Herrschaft Untermayerhofen (Sebersdorf bei Hartberg) zu. Zumindest ein Teil dieses Besitzes mit dem Maierhofer stammt von dem bereits erwähnten Achaz Rossegger.
Die Rindscheit erwarben zu ihrer Herrschaft Friedberg drei Bauern in Rabendorf, darunter den Lehrhofer, den Grabler in Rossegg und fünf in Sallegg, darunter den Hofbauer und einen Wolfersberger. Mit der Herrschaft Friedberg kam diese Gült 1635 an das Stift Vorau. Anders das Stift Pöllau: es erhielt schon bei seiner Gründung 1482/1504 von den Stiftern, dern Herren von Neuberg, deren einstigen Erbanteil in Rabendorf, acht Bauern, darunter den Faustleitner und den Haidner.
Im Westteil bleiben der ursprünglichen Herrschaft Waxenegg schließlich nur rund zwanzig Bauern, darunter fünf in Aschau selbst, zwei in St. Georgen, zwei in Lechen, Bachbauer, Weghofer, im Kalch, Lindkogler, Pernhofer, Gruber und Wiedenegger. Die genaue Zahl wechselt bei allen Angaben durch Vereinigungen und Abtrennungen immer wieder.
 
Amtmänner
Außer Frondsberg gab es keinen Herrschaftssitz an Ort und Stelle. Die Untertanen der neun anderen Grundherrschaften hatten an den zwei Stifttagen im Jahr ihre Zinse und Abgaben zum jeweiligen Amtmann zu tragen. Das waren in der Regel schreibkundige Bauern, deren Amt sich oft lange in der Familie vererbte.  Der Vorauer Amtmann für die stiftischen Untertanen im Feistritztal war zum Beispiel der Gallbrunner in Waisenegg.
Die Amtleute hoben auch die staatlichen Steuern ein - in der Neuzeit bis zum Siebenfachen des Grundzinses und darüber -, sie gaben im Namen der Herrschaft die Heiratserlaubnis für ihre Untertanen, schätzten beim Tod den Besitz und verliehen ihn gegen bestimmte Übergabetaxen (Kaufrecht und Sterberecht) dem Nachfolger.
Sie bzw. die Hofmeister oder Verwalter der Herrschaft übten auch die niedere Gerichtsbarkeit über die jeweiligen Untertanen aus. Nur die hohe Gerichtsbarkeit bei todeswürdigen Verbrechen stand westlich der Feistritz dem Landgericht Waxenegg zu, im Osten dem Burgfriedsherrn von Frondsberg, der mit dem Herrschaftsinhaber identisch war. Der Burgfried war ein für alte freieigene Herrschaften typischer Immunitätsbezirk innerhalb des Landgerichtes Hartberg. Östlich der Burg Frondsberg über der Straße stand das Hochgericht. Die Namen Galgenwald und Galgenbachl erinnern daran.
 
Theresianischer Kataster
Die gesamte untere Verwaltung wurde im Grudne bis 1848 somit von den Grundherren geübt, von denen die Bauern in der Praxis völlig abhängig waren. Erst unter Maria Theresia und Joseph II. begann der Staat auch allmählich auf die unterste Verwaltungsebene durchzugreifen. Die Zinsbelastung wurde dem Ertrag angemessen (Theresianischer Kataster), die unbeschränkte Robot für die Herrschaft wurde beschränkt oder abgelöst, man begann mit Volkszählungen. Zu diesem Zweck wurden 1770 die Konskriptionsabschnitte geschaffen, die Vorgänger der Ortschaften und Katastralgemeinden Aschau, Sallegg, Rossegg und Rabendorf. Frondsberg wurde bis 1848 Werbbezirksherrschaft für das mittlere Feistritztal, ein Vorläufer des Bezirksgerichts und der Bezirkshauptmannschaft.

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